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Von Gestern bis Heute

"Der sportlich motivierte und kontrollierte Umgang mit der Waffe erfordert nicht nur ein sicheres Auge und eine ruhige Hand, sondern auch und vor allem Charakter und Selbstdisziplin. Das vor allem bei der Jugend zu fördern, ist ein Beitrag gegen Waffennarretei und leichtfertigen oder leichtsinnigen Umgang mit Schusswaffen."

 

Bernhard Kuhlmann |  1. Vorsitzender 1990-1997

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Historische Augenblicke PDF Drucken E-Mail

1842   
Bis zu diesem Zeitpunkt besaß Münster diverse Schützenbruderschaften, jedoch keine politisch und konfessionell ungebundene Vereinigung für das gesamte Stadtgebiet. Aufgrund des anstehenden Königsbesuches Friedrich-Wilhelm IV. schlug der Bankier Ferdinand Theissing ein allgemeines Bürgerschützen Corps in der Stadtverordnetenversammlung vor. Der Zweck sollte die Übernahme von Ehrenwachen und Ordnungsdiensten für den Königsbesuch sein. Dieser Vorschlag fand großen Anklang, so dass am 4. August 1842 die offizielle Gründungsversammlung des Allgemeinen Bürgerschützen-Corps der Stadt Münster statt fand.

 

1843   
Im März 1843 wurden die Statuten des Vereins verabschiedet und es stellte sich heraus, dass die Aufgaben sich nicht nur auf den Königsbesuch beschränken sollten. Es wurde vielmehr folgendes festgelegt und in den Statuten verankert:

„Das Allgemeine Bürgerschützen-Corps der Stadt Münster ist ein freiwilliger Bürgerverein zum Zweck der Beförderung der Einheit, des Gemeinsinnes und der Vaterlandsliebe, und mit der Verpflichtung, in diesem Sinn unter öffentlicher, städtischer Autorität nach Maßgabe seiner Statuten mit und ohne Waffen tätig zu sein.“

 

1844   
Erst am 22. September 1844 lag die königliche Genehmigung für diese Statuten vor, wodurch dem Allgemeinen – Bürgerschützen – Corps das sogenannte Corporationsrecht zuerkannt wurde. Ein Recht, das auf Erwerb und Besitz von Kapitalien und Grundbesitz abzielt. Das Corps erwarb ein Grundstück vor dem Ludgeritor und im selben Jahr erfolgte die Grundsteinlegung für den Bau des Schützenhofes.

 

1892   
Zur Feier des 50-jährigen Bestehens zählte das Corps 850 Mitglieder in vier Kompanien und genoss in der Stadt und weit über die Grenzen hinaus ein hohes Ansehen und einen guten Ruf.

 

1902
Im Jahre 1902 wurde in der Generalversammlung die V. Kompanie, die Reiterkompanie, aus der Traufe gehoben.

 

1907   
Das Jahr 1907 stand für die Stadt Münster und das Corps im Zeichen des Besuches Kaiser Wilhelm II. Dem Corps war angetragen, bei der Begrüßung die Ehrengarde zu bilden.

 

30 er Jahre   
Bis in die dreißiger Jahre hinein führte das Allgemeine Bürgerschützen-Corps ein reges Vereinsleben. Die gesellschaftlichen Veranstaltungen waren Höhepunkte im Gesellschaftsleben der Stadt Münster. Immer mehr trat das Corps auf in der Durchführung von Schießsportveranstaltungen, bis es dann 1936 durch die Politik der Nationalsozialisten sein eigenes Leben mehr oder weniger aufgeben und sich der Ideologie der Partei und ihrem Führungsanspruch unterwerfen musste.

 

1945   
Nach Kriegsende lag das Schützenhofgelände in Schutt und Asche. Das Corps wurde durch Gesetz der Militärregierung aufgelöst und der Grundbesitz beschlagnahmt.

 

1955   
Der Corpsgeist war jedoch nicht zerschlagen und so fanden, federführend durch den Rechtsanwalt Petermann, über mehrere Jahre Verhandlungen zur Wiederbegründung statt. Die Rückgabe des Schützenhofes an der Hammerstraße konnte nicht realisiert werden, jedoch konnte man sich am 31. Juli 1954 auf einen Tausch des Geländes einigen und erhielt das Offizierskasino der Kürassiere an der Steinfurter Straße. Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte am 23. Juni 1955, wo der Verein seinen jetzigen Namen „Allgemeines Bürgerschützen-Corps der Stadt Münster von 1842“ erhielt. Im selben Jahr wurden die Schießstände errichtet und die sportlichen Aktivitäten des Schießsports gewannen an Bedeutung.

 

In den 70 er Jahren...
trat eine Vereinsmüdigkeit ein, welche das Bedürfnis nach Geselligkeit in geschlossenen Gesellschaften (Schützenfesten) abnehmen ließ und den Schießsport sowie mittlerweile auch den Kegelsport beim ABC in den Vordergrund brachten. Der Ausbau der Schießstände zu einer modernen Schießsportanlage und schließlich die Aufnahme dieser Anlage in das Verzeichnis der Leistungsstützpunkte des Landes machen diese Entwicklung deutlich. Ebenso konnten in den folgenden Jahren sportliche Erfolge bei Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen von den Mitgliedern des Vereins erzielt werden, welche das Ansehen des Schießsportes stärkten. [Erfolge]

 

1997   
Der ABC Münster startete 1997 als eine von 16 Mannschaften in der neugestalteten Luftgewehr Bundesliga des Deutschen Schützenbundes und ist bis heute in dieser höchsten Liga vertreten. Die Mannschaft konnte jedes Jahr das Finale der acht besten Mannschaften Deutschlands erreichen und wurde 2000, 2001 und 2002 Vizemeister. [Bundesliga]